Tecklenburg, die Freilichtbühne, der Sumpf und ein Oger

Kurzreise zu „Shrek – Das Musical“

Von Tecklenburg hatte ich viel Gutes gehört, dennoch war ich dieses Jahr zum ersten Mal dort. Anlass war „Shrek – Das Musical“. Ich habe das Stück bereits im Oktober 2014 in Düsseldorf gesehen und mich sofort verliebt – und das trotz anfänglicher Skepsis. Würde die Geschichte tatsächlich als Musiktheater funktionieren? Ich hatte durchaus Zweifel, war aber neugierig und habe mir daher an meinem Geburtstag eine Preview angesehen, und ich war begeistert. Bei einer Szene habe ich sogar ein paar Tränchen verdrückt. Entsprechend groß war meine Freude, als ich las, dass die Freilichtspiele Tecklenburg „Shrek“ zurück auf die Bühne bringen würden. Schnell waren Urlaubstage freigeschaufelt und Tickets gebucht.

Meine Unterkunft

Schlicht, aber direkt an der Freilichtbühne: Die Jugendherberge Tecklenburg

Auch wenn ich ein hübsches Hotel mit viel Komfort durchaus zu schätzen weiß, reicht mir eine einfache Unterkunft völlig. Einzige Bedingung: Ich brauche einen Raum für mich allein, den ich hinter mir schließen kann, ein Schlafsaal kommt für mich nicht infrage. Zum Glück bieten die meisten Jugendherbergen heutzutage auch Privatzimmer an. Sie sind einfach ausgestattet, aber ich brauche auch nicht mehr als ein Bett, einen Tisch und einen Stuhl. In Tecklenburg kommt noch ein Waschbecken auf dem Zimmer dazu, Duschen und Toiletten befinden sich im Gang.

Luxus bietet eine Jugendherberge natürlich nicht, dafür aber eine unschlagbare Nähe zur Freilichtbühne, die befindet sich nämlich im wahrsten Sinne des Wortes direkt vor der Tür. Keine langen Wege, kein Suchen. Da Tecklenburg nur ein kleines Städtchen mit entsprechend mäßigen öffentlichen Verkehrsverbindungen ist, war mir dieser Punkt bei der Auswahl der Unterkunft sehr wichtig. Ich möchte nach Ende des Stücks nicht noch eine Wanderung unternehmen müssen, um mich ins Bett fallen zu lassen. Und hübsch anzusehen ist sie ja auch, die Jugendherberge.

Tecklenburg und die Freilichtbühne

Das Städtchen

Tecklenburg ist klein, aber schnuckelig. Meinen ersten Spaziergang durch die verschlafenen Gassen habe ich morgens gemacht, als die meisten noch in den Betten lagen, da wirkte es verschlafen und verträumt. Die gepflasterten Gassen und romantischen Fachwerkhäuser könnten einen fast in eine vergangene Zeit entführen – zumindest in den ersten Stunden des Tages. Ab der Mittagszeit merkt man aber deutlich, wie touristisch der Ort während der Freilicht-Saison ist. Dann kommt Leben in die zauberhafte Stadt, die Außenplätze der Restaurants und Cafés sind schnell belegt, und rund um die Geschäfte, die größtenteils auch am Sonntag geöffnet haben, herrscht ein munteres Gewusel.

Wenn es um den kleinen Hunger zwischendrin geht, ist mein persönlicher Tipp ist übrigens die „Kostbar„, ein Bio-Imbiss mit dem wohl leckersten Steak-Brötchen, das ich je gegessen habe. Er befindet sich in der Altstadt und in der Nähe der Freilichtbühne.

Die Freilichtbühne

Oberhalb der Altstadt befindet sich die Ruine der Burg Tecklenburg, auf deren Gelände sich heute die Freilichtbühne befindet. Gerade für ein märchenhaftes Stück wie „Shrek“ ist das die perfekte Kulisse. Das alte Gemäuer prägt das Bühnenbild und sorgt schon vor Beginn für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Die Spielstätte hat Charme, das steigert die ohnehin schon große Vorfreude noch. Übrigens sind die meisten Besucher bestens für das oft kühle Wetter in Tecklenburg gerüstet. Überall sieht man Sitzkissen und Decken, und die meisten kommen in lockerer, funktionaler Freizeitkleidung. Dazu passt, dass die Bewirtung hier vom Team der Jugendherberge übernommen wird. Es geht entspannt zu in Tecklenburg, und das ist mir tausendfach lieber als auf Hochglanz polierte Theatersäle mit viel Pomp und Gloria.

Die Überreste der alten Burg prägen das Bühnenbild, das sich vor und um die massiven Mauern aufbaut. Zu meiner großen Freude spielte auch das Wetter mit. Den ganzen Tag hatte es geregnet, doch am Abend ließ sich die Sonne blicken und tauchte die Bühne in ein warmes Abendlicht – wunderschön.

Vom Stück selbst habe ich aus urheberrechtlichen Gründen keine Bilder gemacht, auf der Website der Freilichtspiele Tecklenburg gibt es aber eine sehr schöne Fotogalerie.

Das Musical

Über den Inhalt

Die Geschichte von „Shrek“ dürfte den meisten aus dem Film bekannt sein, das Musical fügt ihr noch einige Elemente hinzu, insbesondere aus der Kindheit des Ogers und der Prinzessin. Beide werden im Alter von sieben Jahren fortgeschickt, der kleine Shrek in eine ihm feindlich gesinnte Welt, Fiona in einen von einem Drachen bewachten Turm, aus dem sie dereinst von ihrer wahren Liebe befreit werden soll. Die lässt allerdings auf sich warten. Entsprechend viel Zeit hat die Prinzessin, sich ihren besonderen Tag auszumalen.

Die Rettung verläuft jedoch anders als erwartet, denn statt eines wackeren Ritters in strahlender Rüstung erscheint der Oger Shrek in Begleitung eines geschwätzigen Esels, der sich einfach nicht abschütteln lassen will. Und er hat auch kein Interesse an der holden Maid, sondern nur daran, seinen Sumpf von den Märchenfiguren zu befreien, die dorthin umgesiedelt wurden, Verantwortlich dafür ist Lord Faquaard, der in seinem Reich keine „Freaks“ duldet. Da der kleinwüchsige Herrscher jemanden sucht, der Fiona für ihn rettet, kommen die beiden schnell ins Geschäft: Prinzessin gegen Sumpf. …

Mein Eindruck

Ich liebe „Shrek“, und ich finde die Musical-Version fast noch besser als den Film, da es einige großartige Szenen bietet, die der Handlung noch etwas mehr Tiefe verleihen. Wenn Shrek darüber sinniert, dass er gerne ein Held sein würde, als Oger jedoch ständig auf Ablehnung stößt, habe ich jedes Mal Tränen in den Augen. Ja, ich bin sentimental und nah am Wasser gebaut und … aber das geht auch wirklich ans Herz. Das Stück bietet vielleicht nicht die besten Musicalnummern aller Zeiten, aber eine schöne Mischung aus Balladen und schnellen Songs sowie unterschiedlichen Stilrichtungen. Mal klingt es rockig, dann gibt es wieder eine ordentliche Portion Funk, und auch die ruhigeren Töne kommen nicht zu kurz.

Das Stück bietet jede Menge Spaß, hat aber trotzdem rührende Momente. Vor allem aber feiert es die Außenseiter, die Freaks, das Anderssein. Daher gehört es zu meinen absoluten Lieblingsstücken. Und die Besetzung in Tecklenburg ist wirklich großartig! Tetje Mierendorf hätte für meinen Geschmack stimmlich zwar ab und an etwas kräftiger sein können, hat mich aber darstellerisch dennoch überzeugt. Besonders gespannt war ich auf Roberta Valentini als Fiona und Thomas Hohler als Esel. Bislang kannte ich die beiden nur als Kaiserin und Kronprinz im eher düsteren Musical „Elisabeth“. Da fand ich es spannend, sie nun in humorvollen Rollen zu sehen. Sie haben mich ebenso begeistert wie Robert Meyer als Lord Faquaard und das gesamte Ensemble. Daher danke ich allen, die daran beteiligt waren, für zwei wunderbare Abende. Ich habe gelacht, geweint, mich gefreut und prächtig amüsiert, was will ich mehr?

Lust auf einen Besuch in Tecklenburg bekommen? „Shrek“ läuft dort noch bis zum 27. August, außerdem stehen „Rebecca“ sowie das Familienmusical „Aladin und die Wunderlampe“ auf dem Programm. Die genauen Termine stehen im Spielplan der Freilichtspiele.

 

Kleines Glück 10: Halsbonbons

Körper und Seele gehören zusammen, das merke ich vor allem, wenn ich krank bin – das schlägt mir aufs Gemüt. Gerade dann versuche ich an die Dinge zu denken, die meine Laune etwas anheben. Da mein Hals sich wie ein Reibeisen anfühlt, greife ich zu Halsbonbons. Wenn die klebrig-süße Masse langsam im Mund zergeht und sich in Balsam verwandelt, der sich auf die schmerzenden Stellen legt, geht es mir gleich ein wenig besser.

Sei gut zu Dir selbst

Auch in einer Situation, in der es einem nicht sonderlich gut geht, ist es also möglich, den Blick auf positive Dinge zu legen. Wenn es einem nicht gut geht, sei es körperlich oder mental, ist Selbstfürsorge besonders wichtig. Was brauche ich, was tut mir gut, was baut mich auf? Wer diese Fragen für sich beantworten kann und entsprechend handelt, ist auf einem guten Weg, auch weniger schöne Phasen gut zu überstehen. Das gilt für emotionale Schieflagen ebenso wie für Krankheitsphasen. Bei mir sind es Halsbonbons, Tee und schöne Filme, die mich gut durch die Erkältungszeit bringen, bei einem anderen ist es vielleicht die traditionelle Hühnersuppe, Musik oder das Lieblingskuscheltier.

„Kleines Glück“ – Blogparade und Artikelserie

Kleines Glück 9: Kakao

Wenn die Welt kalt und grau erscheint, gibt es nichts Besseres als eine Tasse heißen Kakao, um mich von innen zu wärmen, gerne richtig kräftig mit ordentlichem Schokoladengeschmack, und wenn es ganz dicke kommt auch mal mit einer Sahnehaube obendrauf oder darin schwimmenden Mini-Marshmallows. Danach geht es mir gleich ein wenig besser. Und wenn die Tage kühler werden, gibt es für mich kaum etwas Schöneres, als mich mit einem guten Buch oder Film, einer warmen Decke und einer Tasse Kakao auf meinen Sessel neben dem Kachelofen zu kuscheln.

Zur Blogparade „Kleines Glück“

Tschüss, Fitnesstagebuch – Eine kleine Veränderung im Blog

In den letzten Wochen habe ich regelmäßig über mein Fitnesstraining berichtet. Kleine Anpassungen gab es bereits: Ich habe die Gewichtsangaben und Maße gestrichen, da ich nicht über eine Zahl nachdenken wollte. Ich bewege mich im Rahmen des Normalgewichts, mehr brauche ich nicht zu wissen und will es auch nicht. Meine Mitgliedschaft in Fitnessgruppen in den sozialen Medien bestätigt mich darin. Viel zu oft lese ich vom Frust, der beim Blick auf die Waage oder aufs Maßband entsteht, weil die Anstrengung nicht die gewünschten Erfolge einbringt. Mir geht es aber darum, etwas für mein Wohlbefinden zu tun. Dass Bewegung zu diesem beiträgt, sagt mir mein Gefühl, und das lässt sich nicht beziffern.

Fitness ist wichtig, prägt aber nicht meinen Lebensstil

Was ich meine: Ich möchte zwar ein paar Trainingseinheiten in meinen Alltag integrieren, aber ich bin meilenweit von dem entfernt, was manche als „Fitness-Lifestyle“ bezeichnen. Und das soll auch bitte so bleiben. Nicht, dass ich sportliche und durchtrainierte Menschen nicht bewundern würde – das tue ich und freue mich mit jedem, der seine Ziele erreicht. Dahinter steckt meist eine Menge Disziplin und Durchhaltevermögen. Davon habe ich nicht viel auf meinen Lebensweg mitbekommen, und mein geringes Pensum ist bereits für andere Dinge verplant. Ich möchte mich weder an Trainingspläne halten noch mir selbst ein bestimmtes Pensum auferlegen. Die besten Erfahrungen habe ich bisher damit gemacht, ganz nach Gefühl zu entscheiden, wie viel Sport ich treibe und für welche Art von Bewegung ich mich entscheide, und ich möchte das ganz für mich machen. Darüber Buch zu führen war ein Experiment, ich wollte es ausprobieren, habe aber festgestellt, dass es mir auf Dauer keine Freude bringt. Daher gibt es ab sofort kein Fitnesstagebuch mehr.

Ich möchte alles ganz entspannt angehen

Je mehr ich mich mit der Fitness-Community beschäftige, umso mehr fallen mir jedoch der Frust und die Verbissenheit auf, die manche an den Tag legen.  Bitte nicht falsch verstehen, es sind längst nicht alle so, es gibt auch wunderbar positive Menschen, denen man den Spaß am Sport richtig anmerkt und die mich dadurch mitreißen und motivieren. Das finde ich großartig. Es gibt aber auch eine Menge Negativität, zumindest kommt es bei mir so an. Ob nun eine Trainingseinheit ausgefallen ist, ein Workout doch noch zu schwer war, ein ehrgeiziger Plan nicht erfüllt wurde, eine Ernährungssünde für Kopfzerbrechen sorgt – immer wieder sorgt das Thema Fitness für Frust. Nur wenige scheinen einfach das zu machen, woran sie Spaß haben, um mehr Bewegung in den Alltag zu bringen und sich besser zu fühlen. Genau darum geht es mir aber. Dazu brauche ich keinen Plan, sondern ein gutes Gespür dafür, was in welcher körperlichen und mentalen Verfassung gut für mich ist. Mal muss ich mich richtig auspowern, mal brauche ich eher ein entspannendes Workout. Kein noch so ausgeklügelter Plan kann mir das bieten.

„Setze Dir Ziele“ heißt es immer wieder. Ich möchte aber nicht auf ein Ziel hintrainieren, weder auf ein Gewicht noch auf einen optischen Aspekt, eine bestimmte Distanz oder ein Trainingspensum. Ich weiß, dass ich mich durch Sport besser fühle, und das reicht mir. Ich brauche keine selbst auferlegten Verpflichtungen wie Trainingspläne oder auch mein Fitnesstagebuch, mit dem ich mir einen Überblick über meine Aktivitäten verschaffen wollte. Ob es nun zwei, drei oder vier Workouts in einer Woche waren, ist mir letztendlich egal. Ich möchte mich nicht irgendwann dabei ertappen, wie ich meine Einträge analysiere und nach Optimierungspotential suche oder mir ein schlechtes Gewissen mache, wenn ich mal nicht ganz so viel trainiert habe. Deshalb bleibe ich weiter sportlich, schraube aber die gedankliche Auseinandersetzung damit zurück.

Zum Abschluss der kurzen „Fitnessblog-Phase“ habe ich meine wichtigsten Grundsätze zusammengefasst:

  • Täglich bewegen – auf welche Weise ist nicht so wichtig
  • Spaziergänge, Wanderungen, aktiv gestaltete Tagesausflüge, Hausputz, Gartenarbeit, Workouts, durch die Wohnung tanzen – alles zählt
  • Training nach Körpergefühl und mentaler Verfassung statt nach zielgerichteten Plänen
  • Überwiegend gesunde Ernährung, aber nicht konsequent und ausnahmslos
  • Spaß und Wohlbefinden stehen im Vordergrund
  • Fitness ist nicht alles im Leben 😉

 

Kleines Glück 8: Automatenkaffee am Bahnhof

Bei mir hat auf Reisen der Automatenkaffee Tradition, den es auf manchen Bahnhöfen gibt. Zuhause würde ich niemals Instant-Vanille-Kaffee trinken, viel zu süß, viel zu künstlich. Aber unterwegs mag ich ihn. Für 70 Cent gibt es ein kleines Becherchen, an dem man sich fast die Finger verbrennt, wenn man es nicht am Rand anfasst. Im Winter ist das wunderbar, um eingefrorene Finger zu wärmen. Der Kaffee an sich ist nicht toll, er schmeckt mir nur, wenn ich auf einen Anschlusszug warte, aber er gehört dazu und vermittelt mir ein angenehmes „Unterwegs-Gefühl“.

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